Schwerpunkt Kognitive Neurowissenschaften

Im Studienschwerpunkt Kognitive Neurowissenschaften werden neben den Basisfächern, die für alle Masterstudentinnen und -studenten der Psychologie verbindlich sind, eine Reihe von weiterführenden Inhalten vermittelt. Ziel des ersten Schwerpunktes ist es Ihnen einen Überblick über die derzeitigen Messmethoden (EEG, FMRT, MEG, NIRS, PET, TMS) zu geben und dieses Wissen im Rahmen von praxisorientierten Lehrveranstaltungen zu vertiefen. Ein wesentliches pädagogisches Konzept dabei ist, dass Sie die Mess- bzw. Auswertemethoden selbst anwenden, um Beispieldatensätze zu analysieren. Daneben werden Sie drei wesentliche inhaltliche grundlagenorientierte Themengebiete (Perzeption, Kognition, Emotion) im Rahmen von Seminaren erarbeiten. In weiteren Vorlesungen werden Sie zudem in die klinischen Neurowissenschaften (Krankheiten des ZNS, Psychopharmakologie) eingeführt.

Das erfolgreich abgeschlossene Studium befähigt Sie unter anderem dazu, in neuro- und kognitionswissenschaftlichen Forschungseinrichtungen oder -projekten oder im Bereich der Evaluation und Diagnostik zu arbeiten, sowie eine Weiterbildung zum psychologischen Psychotherapeuten zu beginnen.

Warum kognitive Neurowissenschaften in Magdeburg studieren?

  • Magdeburg ist eines der führenden Neurowissenschaftlichen Zentren in Deutschland. Daher besteht während des Studiums vielfältige Möglichkeiten in laufenden Forschungsprojekten mitzuarbeiten und inhaltliches wie methodologisches Wissen (EEG, fMRT, MEG, NIRS, PET, TMS) praxisnah zu erweitern. Alle diese Methoden werden an der Magdeburg benutzt und von Experten und Expertinnen gelehrt.
  • Exzellente Betreuung der Studierenden (maximal 15 Studierende auf 3 Lehrstühle: Allgemeine Psychologie, Biologische Psychologie, Neuropsychologie).
  • Enge Kooperation mit dem Institut für Biologie, dem Institut für Biophysik, dem Institut für Kognitive Neurologie, der Kinder- und Jugendpsychiatrie, der Klinik für Neurologie (insbesondere Abteilungen für kognitive Neurophysiologie und Experimentelle Neurologie), dem Leibniz-Institut für Neurobiologie, und dem Demenzzentrum.
  • Leben in einer der grünsten Städte Deutschlands, ohne Wohnraumprobleme und mit erschwinglichen (Altbau)wohnungen.
  • Keine Studiengebühren.
  • Eine klinische Weiterbildung zum psychologischen Psychotherapeuten (DGPs) ist prinzipiell möglich, selbst wenn die Masterarbeit nicht am Lehrstuhl für Klinische Psychologie verfasst wird (siehe auch Zugangsvoraussetzungen zur Weiterbildung).

Studieninhalte

  1. Einführung in die wesentlichen Teilbereiche der Systemischen Neurowissenschaften
    1. Neuroanatomie (Modul H1)
      • Makro- und Mikroanatomie des ZNS
      • Funktionelle Systeme
      • Blutversorgung, Hirnhäute
      • Lehre anhand von Hirnpräparaten, Abbildungen und interaktiver Software

      Kompetenzerwerb: Dreidimensionaler Wissenserwerb der wesentlichen neuronalen Strukturen

    2. funktionelle Bildgebung (Modul I1)
      • Grundlagen des MR-Signals
      • Artefaktkorrektur mittels der Matlab-Toolbox für Statistical Parametric Mapping (SPM)
      • Statistische Auswertung (Subtraktionsverfahren, parametrische Verfahren, faktorielle Designs)
      • Konnektivitätsanalysen
      • Multivariate Verfahren
      • Optimierung experimenteller Designs

      Kompetenzerwerb: Eigene Planung und Auswertung von fMRT-Daten sowie Kompetenz zur Bewertung von Fremdarbeiten

    3. Psychophysiologie (Modul J1)
      • Grundlagen der Elektrophysiologie (EEG, MEG)
      • Theorien zur Signalgenerierung
      • Auswertestrategien (Artefaktkorrektur, Filterung, ereigniskorrelierte Potentiale, Wavelets)
      • Auswertung von EEG-Daten mittels matlabbasiertem EEGlab durch die Studierenden
      • Grundlagen und Theorien zur transkraniellen Magnetstimulation
      • Zudem werden im Rahmen von Lehrimporten aus anderen Einrichtungen auch die Grundlagen von NIRS, invasiver Elektrophysiologie, PET und MEG vorgestellt, und mit kurzen von den Studierenden zu analysierenden Experimenten vertieft

      Kompetenzerwerb: Theorie und Praxis von (elektro)physiologischen Messungen; Überblick über Magdeburger Forschungsfeld

  2. Forschungsvertiefungen
    1. Problemorientierte Programmierung (Modul H3)
      • Erlernen der Grundlagen einer Programmiersprache
      • Einführung in die Programmierung von Experimenten

      Kompetenzerwerb: Fähigkeit zur selbstständigen Erstellung von psychophysischen Experimenten

    2. Planung, Durchführung und Auswertung von fMRT-Experimenten (Modul I3)
      • Konzeption eines Experiments unter Verwendung der funktionellen Magnetresonanzbildgebung (fMRT)
      • Realisierung des Experiments und Anpassung an die technischen Rahmenbedingungen des MRT
      • Erhebung der Daten des fMRT-Experimentes
      • Vorverarbeitung und statistische Auswertung der fMRT-Datensätze mit der Matlab-Toolbox für Statistical Parametric Mapping (SPM)

      Kompetenzerwerb: Fähigkeit zur eigenständigen Durchführung und Auswertung einer fMRT-Studie

    3. Forschungsorientiertes (oder berufsbezogenes) Praktikum (Modul E)

      Dieses achtwöchige Praktikum kann zum Beispiel einem Partnerinstitut der OvGU belegt werden.

  3. Intensive inhaltliche Vertiefung der kognitiven Neurowissenschaften (Auszug der Themenbereiche)
    1. Perzeption (Modul H2)
      • somatosensorische, auditive und visuelle Wahrnehmung
      • visuelle Farb-, Bewegungs-, Objektwahrnehmung
      • klinische Aspekte des Sehens
    2. Kognition (Modul I2)
      • Gedächtnisformen
      • Aufmerksamkeitsnetzwerk
      • Exekutivfunktionen / Modelle präfrontaler Funktion
      • Problemlösen/Entscheidungsfindung
      • Sprache/Bewusstsein
    3. Motivation und Emotion (Modul J2)
      • Kodierung von Arousal und Valenz
      • Rekonsolidierung und Verlernen von Furcht
      • Belohnungslernen
  4. Anwendungsorientierte klinische Neurowissenschaften
    1. Krankheiten des zentralen Nervensystems (Modul G1)
      • Darstellung psychologisch relevanter Krankheiten des ZNS bezüglich Diagnose, Pathophysiologie und Therapie
    2. Psychopharmakologie (Modul G2)
      • Klinische Aspekte von Neurotransmittersystemen
      • Beeinflussung der synaptischen Signalübertragung
      • Spezielle Psychopharmakotherapie von neuropsychologischen und psychischen Störungen
          
  5. Nichtpsychologisches Wahlpflichtfach (Modul D)

    Hier sind alle an der OvGU angebotenen Masterstudienangebote über zwei Semester mit 8 CP wählbar, sowie Vertiefungen am Universitätsklinikum (Psychiatrie, Neurologie etc.).

  6. Masterarbeit(Modul F 1/2)

    Die Masterarbeit (F1) wird im 4. Semester an einem Lehrstuhl der eigenen Wahl angefertigt und im Rahmen eines Forschungskolloquiums (F2) vorgestellt.

Letzte Änderung: 10.01.2019 - Ansprechpartner:

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