Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Forschung

In einer aktuellen Situation bestimmen nicht nur unsere momentanen Ziele und die Informationen in der augenblicklichen Umgebung wohin wir unsere Aufmerksamkeit richten bzw. welche Entscheidungen wir treffen. Für eine zielgerichtete und langfristig erfolgreiche Handlungssteuerung ist es wichtig, dass auch frühere Erfahrungen genutzt werden können.

Allerdings können sich frühere Erfahrungen und Lernprozesse auch ungünstig auf die aktuelle Verhaltensteuerung auswirken und so zur Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischen Störungen beitragen, obwohl dies den langfristigen Zielen und Motiven des Individuums entgegensteht. Viele psychische Störungen entwickeln sich bereits früh, im Kindes- bzw. Jugendalter, aufgrund der hohen Plastizität der zugrundeliegenden neuronalen Strukturen und der hohen Entwicklungsdynamik in diesen Lebensabschnitten. Daher ist es besonders relevant das Augenmerk auf die Entwicklung der relevanten Mechanismen und ihrer neurofunktionellen Grundlagen zu legen, um die Bedingungen, die zur Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischen Störungen führen, besser verstehen und wünschenswerterweise Hinweise auf Präventions- und Behandlungsmöglichkeiten erhalten zu können. Während sich die psychologische und neurowissenschaftliche Forschung bisher hauptsächlich mit dem Einfluss aktueller Reizkonfigurationen auf Aufmerksamkeit und Entscheidungsfindung beschäftigt hat, ist noch relativ unklar wie Erfahrungen und Lernprozesse diese Prozesse modulieren, welche neuronalen Systeme an dieser Beeinflussung beteiligt sind und wie diese unterschiedlichen Systeme miteinander interagieren.

Unsere Arbeitsgruppe untersucht wie sich die erfahrungsbasierte Aufmerksamkeitsteuerung und Entscheidungsfindung sowie ihre zugrundeliegenden neuronalen Systeme über die Lebensspanne entwickeln. Außerdem möchten wir beleuchten, ob die Entwicklung dieser erfahrungsabhängen Prozesse bei Psychopathologien verändert ist und sich durch therapeutische Interventionen beeinflussen lässt.

Zur Beantwortung dieser Forschungsfragen nutzen wir ein multimodales Vorgehen, bei dem Verhaltensstudien mit neurowissenschaftlichen Verfahren wie funktioneller und struktureller Magnetresonanztomographie kombiniert werden.

 

Letzte Änderung: 26.07.2017 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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