Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Beiträge zu gesellschaftlichen Diskursen

Sondergutachte des WBGU 2017: Entwicklung und Gerechtigkeit durch Transformation: Die vier großen I

Zusammenfassung: Im Jahr 2015 gelang ein historischer Doppelerfolg für die Nachhaltigkeits- und Klimapolitik. Die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung mit ihren Sustainable Development Goals (SDGs) und das Überein­kommen von Paris zum Klimaschutz ­definieren ein ehrgeiziges globales Zielsystem. Die Gruppe der zwanzig wichtigsten Industrie- und Schwellenländer (G20) sollte jetzt die Umsetzung beider Abkommen ent­schlossen vorantreiben und die Große Transformation zur Nachhaltigkeit als einzigartiges Modernisierungsprojekt wahrnehmen, das erhebliche ökonomische Entwicklungschancen bietet. So ist etwa die zur Vermeidung der größten Klimarisiken erforderliche vollständige Dekarbonisierung der Weltwirtschaft nur mit einem tiefgreifenden Wandel der Energiesysteme und anderer emissionsintensiver Infrastrukturen umsetzbar. Die Transformation ­inspiriert Innovationen und lenkt Investitionen in Richtung Nachhaltigkeit und Klimaschutz, u.a. in die auf- und auszubauenden nachhaltigen ­Infrastrukturen. Gleichzeitig kann die Transformation genutzt werden, um Ungleichheit zu bekämpfen, also die Inklusion innerhalb der Gesellschaften wie auch global voranzubringen, und so zum Gerechtigkeitsprojekt werden.

Kraas, F., Leggewie, C., Lemke, P., Matthies, E., Messner, D., Nakicenovic, N., Schellnhuber, H. J., Schlacke, S., Schneidewind, U. (2016). Entwicklung und Gerechtigkeit durch Transformation: Die vier großen I. Sondergutachten. Berlin: WBGU. Verfügbar unter: http://www.wbgu.de/sondergutachten/sg-2016-g20/ [16.01.2017]

Hauptgutachten des WBGU 2016: Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte

Zusammenfassung: Die Wucht der derzeitigen Urbanisierungsdynamik und ihre Auswirkungen sind so groß, dass sich weltweit Städte, Stadtgesellschaften, Regierungen und Internationale Organisationen diesem Trend stellen müssen. Ein „Weiter so wie bisher“, würde ohne gestaltende Urbanisierungspolitik zu einer nicht-nachhaltigen Welt-Städte-Gesellschaft führen. Nur wenn Städte und Stadtgesellschaften ausreichend handlungsfähig werden, können sie ihre Kraft für eine nachhaltige Entwicklung entfalten: In den Städten wird sich entscheiden, ob die Große Transformation zur Nachhaltigkeit gelingt. In diesem Buch werden die Erfolgsbedingungen dafür diskutiert.

Kraas, F., Leggewie, C., Lemke, P., Matthies, E., Messner, D., Nakicenovic, N., Schellnhuber, H. J., Schlacke, S. & Schneidewind, U. (2016). Der Umzug der Menschheit: Die transformative Kraft der Städte. Verfügbar unter http://www.wbgu.de/hauptgutachten/hg-2016-urbanisierung/ [27.04.2016].

 

Policiy Brief: Zur besseren Verbreitung von Elektroautos – Was können wir in Deutschland von Norwegen lernen?

Kurzversion: Der Verkehrssektor trägt erheblich zum Endenergieverbrauch in Deutschland bei und es wird vielfach diskutiert, dass die Energiewende von einer Verkehrswende begleitet werden muss. Ein wichtiges Element dabei ist die Elektromobilität. In Deutschland ist die Marktverbreitung von Elektroautos jedoch trotz ambitionierter politischer Ziele gering – ganz im Gegensatz zu Norwegen, wo Elektroautos derzeit einen Boom erleben. Bei der Analyse von norwegischen Studien wird deutlich, dass sich viele Bedenken gegenüber Elektroautos in der tatsächlichen Nutzung als irrelevant erweisen. Basierend auf den positiven Erfahrungen in Norwegen können mittlerweile Empfehlungen für Förderstrategien in Deutschland gegeben werden.

In sechs Thesen werden Schlussfolgerungen aus Studien in Norwegen und Deutschland vorgestellt. Analyseleitend war die psychologische Diffusionsforschung. Der Policy Brief schließt mit der Erläuterung von vier Handlungsoptionen zur Förderung: von der häufig diskutierten Anschaffungsprämie (zeitlich begrenzt) bis hin zur Erhöhung der Sichtbarkeit und Verlässlichkeit.

Matthies, E., Bobeth, S., Klöckner, C. A. & Schippl, J. (2016). Zur besseren Verbreitung von Elektroautos – Was können wir in Deutschland von Norwegen lernen? Verfügbar unter http://www.energy-trans.de/downloads/ENERGY-TRANS-PolicyBrief_Elektromobilit%c3%a4t.pdf [27.04.2016].

 

Policy Brief: Reduktion des gebäuderelevanten Energiebedarfs als Herausforderung für die Energiewende. Sechs Thesen zu unterschätzten Barrieren und Potenzialen.

Kurzversion: Ein zentrales Ziel der Energiewende ist das eines klimaneutralen Gebäudebestandes bis 2050. Zahlreiche Maßnahmen, um dieses Ziel zu erreichen, wurden bereits ergriffen, z. T.  ohne die gewünschte Wirkung zu entfalten. In dem beigefügten Policy Brief wird der Focus auf das Verhalten der Akteure und deren Einbindung in den Prozess der Reduktion des gebäuderelevanten Energiebedarfs gelegt. Ausgangspunkt für die Darstellung ist die Vermutung, dass das Akteursverhalten, die Interessen, Motive und Verhaltensweisen der Prozessbeteiligten direkte Auswirkungen auf die Wirksamkeit der  Maßnahmen  haben. Darüber hinaus wird untersucht, ob wirklich alle potentiellen Akteure in den Prozess einbezogen sind. Die Untersuchungsergebnisse werden  in Form von sechs Thesen dargestellt, die in Handlungsempfehlungen für eine „erfolgreiche(re)“ Wärmewende münden.

Vögele, S., Matthies, E., Kastner, I., Buchgeister, J., Kleemann, M., Ohlhorst, D. & Nast, M. (2016). Reduktion des gebäuderelevanten Energiebedarfs als Herausforderung für die Energiewende. Sechs Thesen zu unterschätzten Barrieren und Potenzialen. Verfügbar unter http://www.energy-trans.de/downloads/ENERGY-TRANS-PolicyBrief%20W%c3%a4rmewende.pdf [27.04.2016].

 

Analyse: Flexibilitätskonzepte für die Stromversorgung 2050: Technologien – Szenarien – Systemzusammenhänge

Zusammenfassung: Als Beitrag zum globalen Klimaschutz soll die Stromversorgung in Deutschland überwiegend auf erneuerbare Energien umgestellt werden. Die Analyse aus der Schriftenreihe „Energiesysteme der Zukunft“ zeigt Möglichkeiten auf, wie das System gestaltet werden kann. Mehr als 100 Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft haben ihre Expertise eingebracht.
Wind- und Photovoltaikstrom schwanken in Abhängigkeit vom Wetter. Sogenannte Flexibilitätstechnologien müssen solche Schwankungen ausgleichen. Pumpspeicherkraftwerke leisten heute schon einen Beitrag zur Systemstabilität. Künftig können aber auch Batterien von Elektroautos dann aufgeladen werden, wenn es einen Stromüberschuss gibt. Über längere Zeiträume ließe sich Strom durch die Umwandlung in Wasserstoff oder synthetisches Erdgas speichern. Flexible Kraftwerke können mit Biogas oder Erdwärme betrieben werden und auch die Solarthermie ist in Kombination mit Wärmespeichern eine Alternative.
Wovon also hängt es ab, welche Flexibilitätstechnologien in welchem Umfang zum Einsatz kommen? Welche politisch-gesellschaftlichen Rahmenbedingungen beeinflussen die Zusammensetzung des Stromversorgungssystems und welche Kosten sind damit jeweils verbunden? Die Analyse gibt Antworten auf diese Fragen und stellt verschiedene Optionen für eine emissionsarme Stromversorgung im Jahr 2050 vor. Die Methodik, die Technologien, Szenarienauswahl und Systemzusammenhänge sind ausführlich beschrieben.

Unter Mitwirkung von Prof. Dr. Ellen Matthies:
Elsner, P., Lunz, B., Erlach, B., Sauer, D. U., Fischedick, M. (2015). Flexibilitätskonzepte für die Stromversorgung 2050: Technologien – Szenarien – Systemzusammenhänge (Analyse aus der Schriftenreihe Energiesysteme der Zukunft). München. Verfügbar unter http://www.akademienunion.de/fileadmin/redaktion/user_upload/Publikationen/Stellungnahmen/ESYS_Analyse_Flexibilitaetskonzepte.pdf [26.04.2016].

 

Sondergutachten des WBGU 2014: Klimaschutz als Weltbürgerbewegung

Zusammenfassung: Der 5. Sachstandsbericht des Weltklimarates (IPCC) macht unmissverständlich klar: Inakzeptable Klimafolgen, die sich jenseits der 2°C-Leitplanke häufen dürften, können nur vermieden werden, wenn der weitere Anstieg der Treibhausgaskonzentration so bald wie möglich gestoppt wird. Der WBGU empfiehlt daher, die CO2-Emissionen aus fossilen Energieträgern bis spätestens 2070 auf Null zu senken. Dies ist ein ebenso ehrgeiziges wie prägnantes Politikziel, denn jedes Land, jede Kommune, jedes Unternehmen und jeder Bürger müssen „die Null schaffen“, wenn die Welt als Ganzes klimaneutral werden soll. Die 2°C-Linie kann allerdings nur gehalten werden, wenn zahlreiche Akteure – insbesondere die OECD-Staaten – schon deutlich früher ihre Emissionen herunterfahren. Der Weltgesellschaft als Ganzes steht ein eng begrenztes Kohlenstoffbudget zur Verfügung, so dass der Scheitelpunkt der Emissionen möglichst bis 2020, auf alle Fälle aber in der dritten Dekade erreicht werden sollte. Der WBGU umreißt in diesem Gutachten eine Doppelstrategie für den globalen Klimaschutz, die auf das Zusammenspiel von Multilateralismus und Zivilgesellschaft setzt. Dafür sollte zum einen das für Ende 2015 angestrebte Pariser Klimaabkommen bestimmte Merkmale aufweisen, die der Beirat benennt. Insbesondere sollte ein Prozess vereinbart werden, der die Einhaltung der 2°C-Leitplanke sicherstellt. Zum anderen sollten alle gesellschaftlichen Akteure ihre spezifischen Beiträge zur Dekarbonisierung leisten. So kann eine verschränkte Verantwortungsarchitektur für die Zukunft unseres Planeten entstehen, in der vertikales Delegieren und horizontales Engagieren keinen Gegensatz bilden, sondern sich wechselseitig verstärken.

Schellnhuber, H. J., Messner, D., Kraas, F., Leggewie, C., Lemke, P., Matthies, E., Nakicenovic, N., Schlacke, S. & Schneidewind, U. (2014). Klimaschutz als Weltbürgerbewegung. Verfügbar unter http://www.wbgu.de/sondergutachten/sg-2014-klimaschutz/ [27.04.2016].



Politikpapier der WBGU 2014: Zivilisatorischer Fortschritt innerhalb planetarischer Leitplanken – Ein Beitrag zur SDG-Debatte

Zusammenfassung: Für die Transformation zur nachhaltigen Entwicklung hat das Jahr 2015 eine besondere Bedeutung. Neue Ziele für nachhaltige Entwicklung (Sustainable Development Goals, SDGs) sollen die dann auslaufenden Millenniumentwicklungsziele (MDGs) ablösen und dem politischen Handeln für die kommenden Jahrzehnte eine neue Orientierung bieten. Der WBGU empfiehlt, den neuen Zielkatalog an der zentralen Botschaft des Erdgipfels von 1992 auszurichten, wonach Entwicklung und Umweltschutz gemeinsam betrachtet werden müssen und keinen Widerspruch zueinander darstellen. Die SDGs sollten nicht auf Armutsbekämpfung reduziert werden, sondern müssen alle Dimensionen nachhaltiger Entwicklung erfassen. Insbesondere müssen die globalen Umweltveränderungen einbezogen werden, denn andernfalls wird auch Armutsbekämpfung unmöglich. Dieser Zusammenhang wird im laufenden Diskurs zu den SDGs bisher unzureichend berücksichtigt. Viele Berichte nennen zwar das Konzept der planetarischen Leitplanken bzw. Grenzen, aber unterlegen es nicht mit konkreten Zielen. Der WBGU legt Empfehlungen vor, wie Leitplanken für globale Umweltveränderungen im SDG-Katalog verankert und durch entsprechende Targets (Handlungsziele) operationalisiert werden sollten.

Schellnhuber, H. J., Messner, D., Kraas, F., Leggewie, C., Lemke, P., Matthies, E., Nakicenovic, N., Schlacke, S. & Schneidewind, U. (2014). Zivilisatorischer Fortschritt innerhalb planetarischer Leitplanken – Ein Beitrag zur SDG-Debatte. Verfügbar unter http://www.wbgu.de/politikpapiere/politikpapier-8-2014-sdg/ [27.04.2016].

Letzte Änderung: 17.01.2017 - Ansprechpartner: Webmaster