Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Aktuelles

Short-term reward experience biases inference despite dissociable neural correlates

Menschen versuchen in aller Regel gute Entscheidungen zu treffen. Manchmal basieren diese Entscheidungen auf eigenen Erfahrungen und manchmal müssen wir uns auf abstrakte Informationen verlassen, da wir die langfristigen Konsequenzen unserer Entscheidungen nicht selbst erlebt haben. Zum Beispiel verzichten viele Menschen auf Fastfood, aber nicht etwa, weil sie schon selbst erlebt hätten, dass Gewicht oder Cholesterinspiegel danach steigen. Vielmehr verzichten sie aufgrund von Informationen über die negativen Langzeitfolgen von Fastfood-Konsum. In einer aktuellen, im Fachjournal Nature Communications publizierten Studie berichten Fischer und Kollegen von der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg und der Sorbonne Paris, dass kurzfristige Belohnungs- und Bestrafungs-Erlebnisse unsere Einschätzung über die Langzeitfolgen unserer Entscheidungen verzerren, obwohl wir genau wissen, dass der Kurzzeiteffekt nichts über die langfristige Wirkung aussagt: Ein positives Erleben (im Beispiel guter Geschmack des Essens) lässt uns glauben, dass eine Entscheidung auch langfristig besser ist, selbst wenn wir genau wissen, dass dies falsch ist. Durch funktionelle Magnetresonanztomographie fanden die Forscher weiterhin heraus, dass kurzfristige Belohnungen und Bestrafungen und Informationen über langfristige Ergebnisse in zwar teilweise in getrennten Hirnregionen verarbeitet werden. Überschneidungen zwischen beiden Mechanismen zeigen sich jedoch im medialen Striatum, einer evolutionär alten Hirnregion, die Verhalten steuern und selektieren kann, und dem frontalen Cortex, einer Hirnregion, die mit höheren geistigen Funktionen und der Kontrolle von Verhalten assoziiert ist. Überraschenderweise waren gerade die Versuchsteilnehmer am besten in der Lage die tatsächlichen Langzeitkonsequenzen von Entscheidungen einzuschätzen, deren Hirnaktivität in den Kontrollregionen und in Regionen mit Überlagerung beider Prozesse, stark durch kurzfristige Ereignisse beeinflusst wurde. Das legt nahe, dass es möglicherweise besser ist gerade über die eigene direkte Erfahrungen kurzfristiger Ergebnisse zu reflektieren als zu versuchen diese zu ignorieren, wenn man langfristig gute Entscheidungen treffen will. Link

Adrian Fischer erhält Early Career Award der DGPA

Dr. Adrian Fischer vom Institut für Neuropsychologie wurde mit dem diesjährigen Early Career Award der Deutschen Gesellschaft für Psychophysiologie und ihre Anwendung (DGPA) ausgezeichnet. Der Preis wird jährlich für herausragende Leistung eines Nachwuchswissenschaftlers vergeben und ist mit 1.500€ dotiert. Link

Japanische Kooperation in Computational Neuroscience

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) und die Japan Science and Technology Agency (JST) fördern ein mehrjähriges Forschungsprojekt. Mehr Informationen finden sie hier.

Vortrag Prof. Ullsperger bei der Fondation Fyssen

Den Vortrag können Sie hier auf Youtube abrufen.

Vortrag Prof. Ullsperger „Performance Monitoring Signals in the Brain“

Den Vortrag können Sie hier auf Youtube abrufen.

Letzte Änderung: 22.11.2017 - Ansprechpartner: Webmaster